Das Prinzip: eine unscharfe Karte, sechs Versuche
Jede Runde zeigt eine Karte aus Pokémon TCG Pocket, dem Kartenspiel fürs Handy. Am Anfang ist sie so unscharf, dass nur Farbflächen zu erkennen sind. Du hast sechs Versuche, um das abgebildete Pokémon zu benennen: Mit jedem Fehlversuch sinkt die Unschärfe um eine Stufe und die Karte wird schärfer, bis sie am Ende der Runde ganz aufgedeckt wird.
Der Pool enthält ausschließlich Pokémon-Karten: Trainerkarten und Unterstützerkarten sind ausgeschlossen. Jede Karte mit einem Pokémon darauf kann kommen, von den Commons bis zu den seltensten Zügen, und die erwartete Antwort ist immer das Pokémon selbst. Ob die Karte „Glurak ex“ heißt oder einfach „Glurak“: einzureichen ist Glurak.
Die Hinweise einer Karte lesen
Eine Pokémon-Karte steckt voller Informationen, und jede davon wird zum Hinweis, sobald die Karte klarer wird. Lesen zu lernen heißt, jede Schärfestufe in eine Schlussfolgerung zu verwandeln.
- Die Farbe der Karte: Der Hintergrund spiegelt ihren Energietyp. Rot für Feuer, Blau für Wasser, Grün für Pflanze, Gelb für Elektro, Violett für Psycho, Braun für Kampf, Dunkel für Finsternis, Grau für Metall. Selbst stark verwaschen grenzt dieser Grundton das Feld schon ein.
- Die KP als Anzeiger der Entwicklungsstufe: Ein Basis-Pokémon zeigt meist wenige KP, eine Endstufe oder ein Pokémon ex dagegen sehr viele. Sobald die Zahl lesbar wird, sagt sie dir, ob du ein kleines Pokémon vom Anfang der Reihe oder eine Endentwicklung suchst.
- Die Angabe der Entwicklungsstufe: Zu wissen, ob die Karte ein Basis-Pokémon, eine Phase 1 oder eine Phase 2 ist, streicht ganze Familien.
- Die Attacken: Viele Karten tragen die Signatur-Attacke ihres Pokémon. Ein lesbarer Attackenname am Ende der Runde ist fast eine geschenkte Antwort.
- Der Stil des Artworks: Pose, Kulisse und Stimmung der Szene weisen auf eine Familie und eine Epoche hin.
Ein bisschen Kultur: die großen Epochen des Sammelkartenspiels
Das Pokémon-Sammelkartenspiel gibt es seit 1996 in Japan und seit 1999 im Westen, und jede Epoche hat ihre eigene Bildsprache hinterlassen. Das Base Set mit den Aquarellen von Ken Sugimori hat die klassische Optik geprägt: schlichte Hintergründe, einfache Posen, Pokémon der ersten Generation. Die ex-Ära von 2003 brachte die ersten übermächtigen Karten mit kleingeschriebenem Zusatz, danach kamen die LV.X und Anfang der 2010er-Jahre die großgeschriebenen EX.
Die jüngeren Epochen haben das Tempo erhöht: GX 2017 mit Sonne und Mond, V und VMAX 2020 mit Schwert und Schild, dann 2023 die Rückkehr des kleingeschriebenen ex mit Karmesin und Purpur. Pokémon TCG Pocket, 2024 fürs Handy erschienen, führt diese Sprache weiter: ex-Karten, formatfüllende Illustrationen und spektakuläre Seltenheiten. Wer diese Eckpunkte kennt, ordnet ein Artwork schneller ein und versteht die Angaben, die beim Schärferwerden auftauchen.
Die Deduktionsmethode, Stufe für Stufe
Die Unschärfe verschwindet nach und nach, und jede Stufe erlaubt andere Beobachtungen. Der Gewinnerreflex: Hol alles Lesbare heraus, bevor du einen Versuch ausgibst.
- Stufen 1 und 2, die Farbflächen: Bestimme den Grundton des Artworks und die Farbe des Rahmens. Ein roter Hintergrund mit einer orangefarbenen Masse deutet auf eine Feuer-Familie hin.
- Stufen 3 und 4, die Silhouette: Pose, Zahl der Gliedmaßen, ein Schweif oder Flügel werden erkennbar. Jetzt entscheidest du dich zwischen den Mitgliedern einer Entwicklungsreihe, die sich in den Farben oft ähneln, im Körperbau aber selten.
- Stufen 5 und 6, die Details: KP, Entwicklungsstufe und Attackennamen werden lesbar. Eine Signatur-Attacke ist so gut wie die Lösung.
Und teile dir deine Versuche ein: Ein Tipp als „Sonde“ auf das wahrscheinlichste Mitglied einer Familie kostet eine Stufe, bestätigt oder streicht dafür aber die ganze Reihe. Denk daran, dass frühes Finden mehr Punkte bringt: Wenn du auf der zweiten Stufe zu 90 % sicher bist, dann leg los.
Spielmodi und Punkte
Das TCG-Karten-Quiz spielst du im Modus Häufig (eine Rätsel-Karte pro Tag, für alle dieselbe, Wechsel um Mitternacht Pariser Zeit) und im Modus Wiederholen (eine persönliche Tageskarte). Dein Score hängt von der Zahl der genutzten Versuche und von deinem Tempo ab, dazu kommt ein Bonus für deine Siegesserie. Wer Tag für Tag gewinnt, baut seine Serie aus, und eine Serie von sieben Siegen schaltet den Avatar Dragoran frei.
Die TCG-Karte taucht auch in der Tages-Challenge und im PVP-Mehrspieler auf, in derselben Form: eine unscharfe Karte, sechs Versuche und eine Unschärfe, die mit jedem Tipp weicht. Nach jeder Runde im Modus Häufig kannst du dein Ergebnis teilen und die Rangliste des Tages ansehen.
So spielst du: das Pokémon nennen, nicht die Karte
Tipp einen Namen ins Suchfeld und wähl ihn aus der Liste: Die Autovervollständigung erkennt deutsche und englische Namen. Der Zusatz auf Spezialkarten wird ignoriert, du musst also kein „ex“ dazuschreiben. Ist dein Tipp richtig, gewinnst du die Runde sofort, selbst im ersten Versuch gegen eine noch völlig unleserliche Karte.
Liegst du daneben, ist der Versuch verbraucht und die Karte gewinnt eine Schärfestufe. Nach sechs Fehlversuchen ist die Runde verloren. So oder so erscheint am Ende die ganze Karte mit ihrem genauen Namen und ihrem Set: eine schöne Gelegenheit, Artworks zu entdecken, die du noch nie gesehen hast.